Killing Loneliness

Theater machen in Zeiten der Pandemie. Im Sommer 2020 hatte der erste Schock der Corona-Pandemie bereits etwas nachgelassen, trotzdem waren alle Kultureinrichtungen geschlossen und viele Menschen saßen, was die kulturellen Angebote und auch sozialen Kontakte anging, absolut auf dem Trockenen. Das kleine Pop-Up Unternehmen Die Loge war daher für viele Passanten in der Innenstadt ein überraschendes, sowie sehr positiv aufgenommenes Ereignis. 

Nach erfolgreicher Suche nach einem geeigneten Raum (RAZ), schlugen wir unser Lager in der Kurwickstraße 11 auf, in einem vormals Friseursalon. Dort nutzen wir die Gegebenheiten, um eine kleine Bühne aufzubauen und den Windfang als „Loge“ für den Zuschauer zu schmücken. Die L0GE war geboren.

Unsere „Marktschreier“ versuchten drei Wochen lang täglich, Passanten spontan für eine kleine Performance zu gewinnen. Viele waren erstmal abgeschreckt, aber einige konnten wir doch gewinnen, sich auf dem roten Sessel nieder zu lassen, durch das Guckloch zu schauen und für ein paar Minuten in eine völlig andere Welt einzutauchen. Zu sehen gab es sehr unterschiedliche Darbietungen unserer ehrenamtlichen Künstlerinnen und Performerinnen. Gesang mit Gitarrenbegleitung, Poesie und Performance-Theater, Live-Malerei, sowie Tanz in den verschiedensten Facetten, von Ballett bis zu indischem Folklore. 

Obwohl es so schwierig war, die Menschen dazu zu bewegen, sich auf die Situation überhaupt einzulassen, waren die Reaktionen derer, die aus der Loge wieder herauskamen überwältigend. Viele waren zutiefst bewegt, überglücklich oder zumindest total geflasht. 

Für uns hat sich unsere harte Arbeit ausgezahlt. Denn unser Versuchsaufbau und unsere Fragen an das Theater haben sich wieder etwas weiter beantwortet: Theater kann stattfinden, sobald auch nur ein einziger Zuschauer anwesend ist. Dass es, in diesem Fall, exklusiv für „nur“ einen Zuschauer gemacht war, hat dieses Gefühl bei vielen sehr verstärkt und den Moment noch wertvoller und besonderer gemacht.

Beteiligte Künstler

Clara Kaiser, Konzept, Szenografie – Mathilda Kochan, Konzept, Regie – Nicholas Tamagna, Gesang, Piano – Francesco Fasano, Tanz – Timothee Cuny, Gesang, Tanz – Adi Hanan, Tanz – Oliver Jones, Tanz – Julia Klingler, Singer Songwriter – Daniela Köhler, Gesang, Performance – Hemant Godara, Performance, Tanz – Merle Smalla, Performance – Kathrin Schöß, live Malerei – Maike Bückins, Tanz – Patrick Weidhüner, Singer Songwriter, Techniksupport – Lena Karius, Schauspiel – Katharina Shakina, Performance – Lisa Rademacher, Performance